Acai-Beere – tropische Frucht mit Nährstoffvielfalt

Die Acai-Beere (Acai) ist vor allem als Mittel zum Abnehmen bekannt. Dabei kann die schwarzblaue Frucht der Kohlpalme viel mehr. Ein Mix an wertvollen Inhaltsstoffen macht sie auch für den Anti-Aging-Bereich interessant. Doch wird die blaue Beere den Verheißungen gerecht?

Die Acai-Beere zählt zu den sogenannten Superfoods

Übersicht

Diese wertvollen Inhaltsstoffe stecken in der Acai-Beere

  • Ballaststoffe
  • Omega-Fettsäuren
  • Vitamin A, C, D und E
  • Kalzium
  • Magnesium
  • Eisen
  • Antioxidantien (Flavonoide, Anthocyane)

Inhaltsstoffe der Acai-Beere und ihre Wirkung

Der Grund, warum die Acai-Beere das Abnehmen erleichtern soll, ist ihr hoher Anteil an Ballaststoffen. Ballaststoffe sind unverdauliche Pflanzenstoffe, aus denen der Körper keine Energie gewinnen kann. Da sie jedoch Flüssigkeit binden und aufquellen, machen sie lange satt. Während zuckerhaltige Nahrung den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen und wieder abfallen lässt, was häufig Heißhungerattacken zu Folge hat, lassen Ballaststoffe den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen.

Selbst wer nicht unbedingt abnehmen will, sollte auf eine ballaststoffreiche Ernährung achten. Denn diese sorgt für eine gute Verdauung und bindet Giftstoffe, die anschießend ausgeschieden werden.

Auf der anderen Seite enthält die Acai-Beere viele Fette. Zwar handelt es sich dabei überwiegend um ungesättigte Fettsäuren und gesunde Omega-Fettsäuren – zu große Mengen der Beeren sollte man demnach aber nicht essen. Zumindest nicht, wer abnehmen möchte.

Antioxidantien: Warum die Acai-Beere so gesund ist

Antioxidantien fangen freie Radikale, die andernfalls Zellen und Organe schädigen würden. Sie verhindern, dass die freien Radikale Körperzellen angreifen, indem sie diese abfangen, ohne sich selbst dabei in freie Radikale zu verwandeln. Die Acai-Beere enthält unter anderem Vitamin C, Vitamin E, Flavonoide und Anthocyane, die nachweislich eine antioxidative Wirkung haben.

Das machen freie Radikale

Als freie Radikale werden sauerstoffhaltige Moleküle bezeichnet, denen ein Elektron fehlt. Um die eigene chemische Struktur zu vervollständigen, entreißen sie anderen Molekülen, zum Beispiel der Zellmembran von Körperzellen, das fehlende Elektron. Dieser Prozess wird Oxidation genannt, man spricht von oxidativem Stress für die Zellen. Je nachdem, wo im Körper der oxidative Stress am höchsten ist, können freie Radikale beispielsweise für müde Haut, Augenprobleme, Demenz, Gelenkbeschwerden oder Krebs mitverantwortlich sein.

Da freie Radikale auch bei der Hautalterung eine große Rolle spielen, hat die Acai-Beere aufgrund ihres hohen Anteils an Antioxidantien den Ruf als Anti-Aging-Mittel erhalten. Einer Studie der Emory University School of Medicine zufolge lebten Fruchtfliegen, die sich von Acai-Beeren ernährten, dreimal länger als ihre Artgenossen. Dieser Effekt wird der antioxidativen Wirkung der Acai-Beere zugeschrieben.

Vitamine und Mineralstoffe

Zusätzlich enthalten 100 Gramm Acai-Beeren etwa ein Viertel des Tagesbedarfs an Kalzium, das für die Gesundheit von Knochen und Zähnen essenziell ist. Und auch Vitamin D, das die Kalziumaufnahme im Körper fördert, ist in kleinen Mengen vorhanden. Darüber hinaus liefert die Acai-Beere Eisen für die Blutbildung, Magnesium für starke Knochen und Muskeln sowie Vitamin A für gesunde Haut und Augen.

Verursacht die Acai-Beere Nebenwirkungen?

Bis auf mögliche Allergien ist bislang keine Nebenwirkung im Zusammenhang mit der Acai-Beere bekannt. Da Acai in Europa jedoch nur in verarbeiteter Form erhältlich ist, sollten die Produkte auch auf mögliche Zusatzstoffe überprüft werden.

Herkunft und Verwendung von Acai

Die Acai-Beere ist die Frucht der Kohlpalme (Euterpe oleracea). Diese mehrstämmige Palme, die bis zu 25 Meter hoch wird, wächst in den tropischen Gebieten Südamerikas. Sie bevorzugt feuchte Standorte, wie Flussufer oder von den Gezeiten beeinflusste Küstengebiete.

Jeder Stamm bildet einen Blütenstand mit über hundert Blüten, aus denen sich die etwa zwei Zentimeter großen Früchte bilden. Acai ist eine Steinfrucht, bei der etwa 90 Prozent vom Kern eingenommen wird. Den Geschmack beschreiben viele als ölig, nussig oder erdig.

Acai-Beere – Grundnahrungsmittel Südamerikas

In Südamerika sind Acai-Beeren seit Jahrtausenden ein wichtiger Bestandteil der täglichen Ernährung. Die Acai-Beere enthält kein Fruchtfleisch. Für die Verwendung wird die Haut vom Kern gelöst und püriert. Viele Regenwaldbewohner essen den Acai-Brei einzeln oder zu Fisch oder Fleisch. Außerdem werden daraus Säfte oder auch Eiscremes hergestellt.

Wie die Acai-Beere ihren Ruf als Superfood bekam

Die erste Aufmerksamkeit erhielt die Acai-Beere von amerikanischen Surfern in Brasilien: Die Einheimischen setzten den hungrigen Wassersportlern nach dem Training die Acai-Beeren vor – die Surfer waren beeindruckt von der energiespendenden Wirkung.

Im Jahr 2008 berichtete dann der Chirurg, Buchautor und Fernsehstar Dr. Mehmet Oz über die gesundheitsfördernde Wirkung der Acai-Beere in der Oprah Winfrey Show. In der Folge errang die südamerikanische Frucht Ruhm als Anti-Aging-Mittel und Rezeptzutat zum Abnehmen.

Von Acai-Kapseln bis Acai-Tee – worauf Sie beim Einkauf achten sollten

Acai-Beeren gibt es in Europa nicht frisch zu kaufen, weil die Früchte auf dem langen Weg über den Atlantik verderben würden. Deshalb wird Acai bereits in Südamerika verarbeitet. Reformhäuser, Apotheken oder Bioläden führen deshalb in der Regel folgende Acai-Produkte:

  • Acai-Püree
  • Acai-Pulver
  • Acai-Saft
  • Trockenfrüchte
  • Acai-Kapseln
  • Früchtetees mit Acai

Auch einige Supermärkte bieten mittlerweile verarbeitete Produkte mit Acai-Zusatz wie beispielsweise Joghurt oder Smoothies an.
Damit die Acai-Beere ihre Wirkung entfalten kann, sollte ihr Anteil in den Produkten jedoch mindestens 80 bis 90 Prozent betragen.

Trockenfrüchte sind unter allen angebotenen Produkten am gesündesten, da diese aufgrund ihres geringen Verarbeitungsgrades noch die meisten Inhaltsstoffe aufweisen. Besonders vielseitig verwendbar ist Acai-Pulver.
Das Pulver kann:

  • zu einem Saft oder Smoothie verarbeitet,
  • zu Müsli oder Joghurt beigemischt
  • oder zum Kochen verwendet werden.

In jedem Fall empfiehlt es sich, beim Kauf auf einen biologischen Anbau zu achten, um die gesundheitsfördernde Wirkung der Acai-Beere nicht durch Pestizide oder andere Schadstoffe wieder aufzuheben.

Wer mithilfe der Acai-Beere abnehmen möchte, sollte vor allem auf die Zusatzstoffe in Kapseln oder Pulver achten, denn manchen Produkten wird Zucker beigemischt, um die Löslichkeit und den Geschmack zu verbessern.

Fazit zur Wunderbeere

Auch wenn die Acai-Beere aufgrund ihrer Ballaststoffe eine gute Ergänzung für eine Diät darstellt, sollte niemand Wunder erwarten. Um das Körpergewicht nachhaltig zu reduzieren, kommt es vor allem darauf an, die Lebensgewohnheiten so umzustellen, dass mehr Energie verbraucht als aufgenommen wird. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung in Kombination mit Sport ist daher in jedem Fall zu empfehlen.