Afa-Algen – Süßwasseralge mit vielfältigen Nährstoffen

Große Nährstoffdichte auf kleinstem Raum? Die Afa-Algen stehen im Ruf, zahlreiche Beschwerden zu lindern, mehr Lebensfreude und Energie zu spenden und vor vielen Krankheiten zu schützen. Die Schulmedizin steht dem Ganzen jedoch kritisch gegenüber. Was steckt wirklich in den kleinen blaugrünen Tabletten und Pulvern?

Im Handel erhältlich: Afa-Algen in Pulverform

Übersicht

Die Inhaltsstoffe von Afa-Algen

  • Vitamine
  • Mineralstoffe
  • Aminosäuren
  • Fettsäuren

Diese Inhaltsstoffe sind enthalten

Aphanizomenon flos-aquae lautet der lateinische Name der Afa-Alge, auch unter Blaualge oder Grüne Spanalge bekannt. Eigentlich handelt es sich bei den Afa-Algen um eine Cyanobakterien-Art, die überwiegend aus Eiweiß besteht. Im getrockneten Zustand soll der Anteil an Eiweiß etwa 70 Prozent ausmachen. Darüber hinaus bestehen sie zu etwa 20 Prozent aus Kohlenhydrate sowie zu sechs Prozent aus Fett. Der Vorteil gegenüber Rot- oder Braunalgen: Afa-Algen wachsen im Süßwasser und enthalten daher nur wenig Jod – eine Überdosierung dieses Spurenelementes ist daher unwahrscheinlich.

Daneben werben die Hersteller von Afa-Produkten mit weiteren Nährstoffen des Nahrungsergänzungsmittels:

  • Vitamine: Beispielsweise ist Vitamin B12 für die Blutbildung sowie den Aufbau der Nervenfasern wichtig.
  • Mineralstoffe: Zink ist zum Beispiel am Wachstum und der Fortpflanzung beteiligt.
  • Fettsäuren: Diese spielen im Stoffwechsel eine wichtige Rolle. So haben Omega-3-Fettsäuren beispielsweise Einfluss auf die Blutgerinnung und sind ebenso förderlich bei der Prävention von Herz-Kreis-Lauf-Erkrankungen.
  • Aminosäuren: Sie sind die kleinsten Bausteine der Proteine, und dennoch essentiell. Das bedeutet, diese Aminosäuren müssen wir über die Nahrung zuführen, da der Körper sie nicht selbst herstellen kann. Bei einem Mangel kann es zu Müdigkeit oder einem schwachen Immunsystem kommen.
  • Chlorophyll: Der Farbstoff sorgt nicht nur für das grüne Aussehen der Alge, sondern soll auch Blutbildung und Zellatmung unseres Körpers verbessern.

Der hohe Gehalt an diesen Inhaltsstoffen relativiert sich allerdings, denn von den Afa-Algen werden meist nur geringe Dosierungen pro Tag empfohlen. Die Nährstoffaufnahme hält sich daher in Grenzen. Eine ausreichende Zufuhr lässt sich in der Regel über eine ausgewogene, gesunde Ernährung erreichen.

Ebenso ist durch die Alge aufgenommene Aufnahme von Vitamin B12 zu hinterfragen. Denn der zwar hohe Anteil des Vitamins besteht hauptsächlich aus sogenannten Analoga (Pseudo-Vitamin B12), das heißt, für den menschlichen Körper unverwertbaren Vitaminen.

Afa-Algen: Wirkung und Anwendungsgebiete

Energie und Lebensfreude soll sie spenden, zahlreichen Krankheiten vorbeugen sowie Beschwerden lindern – das Wirkungsspektrum der Alge scheint unendlich groß. Weiter sollen auch Schlafstörungen und Depressionen geheilt werden.

Was sind Nahrungsergänzungsmittel und was Arznei?

Nahrungsergänzungsmittel sind solche Produkte, die normale Ernährung aufgrund ihres erhöhten Gehalts an Nähr- beziehungsweise Wirkstoffen ergänzen sollen. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)1 sind solche Produkte nicht als Arznei, sondern als Lebensmittel zu verstehen. Denn im Gegensatz zu Arzneimitteln unterliegen diese keinen strengen Kontrollen, bei denen Wirksamkeit, pharmazeutische Qualität und Unbedenklichkeit gegeben sein muss. Die Zulassung von Arzneimitteln erfolgt durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte beziehungsweise durch die Europäische Arzneimittelbehörde (EMEA).

Besonders im Zusammenhang mit hyperaktiven Kindern (ADHS) erhielt die Afa-Alge große Aufmerksamkeit. Durch die Einnahme des Lebensmittels soll sich bereits nach wenigen Wochen das Verhalten der Kinder positiv verändern: Die schulischen Leistungen verbessern sich, sie sind ruhiger und ausgeglichener. Begründet wird dies mit den enthaltenen Nährstoffen wie Omega-3-Fettsäuren, Aminosäuren oder Mineralstoffen, welche die Gehirnfunktion anregen und die dortigen Botenstoffe regulieren sollen.

Das Bundesministerium für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) sowie das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnen jedoch vor diesen Aussagen, da „es für derartige medizinische Wirkungen solcher als Nahrungsergänzungsmittel angebotener AFA-Algen-Produkte keinerlei wissenschaftliche Belege gibt.“2

Ausführliche Studien zur Wirkung von Afa-Algen sind daher notwendig. Auch deshalb, da man durchaus ein gesundheitsförderndes Potenzial in den Afa-Algen sieht, beispielsweise durch das enthaltene Chlorophyll oder die Carotinoide. Aufgrund nur weniger wissenschaftlicher Untersuchungen lässt sich bislang jedoch keine fundierte Aussage treffen.

Nebenwirkungen: Sind Afa-Algen giftig?

Manche Stämme der Cyanobakterien können Gifte bilden. Die Folgen sind mitunter Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall – es kann sogar zu Schäden im Nervensystem und der Leber kommen. Je nach Erntezeitpunkt ist es möglich, dass getrocknete Afa-Algen leberschädigende Gifte (Microcystine) enthalten. Einer amerikanischen Untersuchung nach, war der Gehalt an giftigen Stoffen in über 70 Prozent der untersuchten Proben erhöht, sodass bei einem Verzehr des Nahrungsergänzungsmittels über einen längeren Zeitraum gesundheitliche Schäden nicht auszuschließen sind.2

Daher empfiehlt das BgVV, bei Kindern auf den Verzehr zu verzichten und bei Erwachsenen diesen einzuschränken, da die Wirkung der Afa-Algen wissenschaftlich nicht vollständig belegt ist.

Anbau und Weiterverarbeitung der Afa-Alge

Ebenso wie Spirulina und Chlorella, zählt auch die Grüne Spanalge zu den Süßwasseralgen. Im Gegensatz zu ihren Verwandten wird sie allerdings nicht in großen Wasserbecken gezüchtet, sondern wild aus Gebirgsseen geerntet. Hauptsächlich stammen die Afa-Algen aus Amerika, genauer gesagt dem Klamath Lake in Oregon.

Bevor es in die Produktion geht, werden die Algen zunächst abgefischt, gewaschen und gefiltert. Je nach Hersteller werden diese dann sprüh- oder gefriergetrocknet, um anschließend als Pulver, Tabletten oder Presslinge in den Handel zu kommen.



1 http://www.bfr.bund.de/de/gesundheitliche_bewertung_von_nahrungsergaenzungsmitteln-945.html
2 http://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/