Aronia – Beere mit antioxidativer Kraft

Aronia, im Volksmund auch Apfelbeere genannt, steckt voller gesunder Inhaltsstoffe: Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien. Die Nährstoff-Vielfalt hat ihr den Beinamen „Gesundheitsbeere“ eingebracht.

Aronia, die blauen Beeren, wachsen an Sträuchern – auch in Deutschland

Übersicht

Diese wertvollen Inhaltsstoffe stecken in Aronia

  • Vitamin A, B2, B9, C, E, und K
  • Eisen
  • Jod
  • Kalium
  • Calcium
  • Magnesium
  • Zink
  • Antioxidantien (Anthocyane, Flavonoide)

Inhaltsstoffe von Aronia und ihre Wirkung

In den letzten Jahrzehnten hat Aronia den Ruf eines Allroundtalents in der Gesundheitsförderung erhalten. Aufgrund ihrer entzündungshemmenden Wirkung wird sie Menschen, die unter einer Infektion leiden, empfohlen. Zudem soll sie den Heilungsverlauf bei Krebspatienten fördern und Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugen.1 Verantwortlich dafür sind sowohl die Mischung als auch die Konzentration verschiedener Inhaltsstoffe.

Eisen, Vitamin K und Anthocyane sorgen für gesunden Blutkreislauf

Wie die meisten roten Früchte, enthält Aronia viel Eisen, das für die Bildung der roten Blutkörperchen benötigt wird. Die roten Blutkörperchen versorgen den ganzen Körper und die Organe mit Sauerstoff. Wer mit der Nahrung zu wenig Eisen aufnimmt, fühlt sich oft müde und abgeschlagen und wird anfälliger für Krankheiten. Da bei Vegetariern und Veganern der Haupteisenlieferant – rotes Fleisch – für die Ernährung wegfällt, muss Eisen über andere Lebensmittel wie Hirse oder Linsen zugeführt werden, um Mangelerscheinungen zu vermeiden.

In 100 Gramm Aronia-Beeren steckt etwa 1 Milligramm Eisen, was etwa 10 Prozent des Tagesbedarfs entspricht. Damit ist Aronia eine wichtige Quelle, für alle, die Eisenmangel vorbeugen wollen.

Aronia tut aber noch mehr für den Blutkreislauf. Das enthaltene Vitamin K reguliert die Blutgerinnung und gemeinsam mit den Anthocyanen sorgt es dafür, dass die Blutgefäße gesund und elastisch bleiben. Anthocyane verleihen der Aronia-Beere ihre tiefblaue Farbe. Sie gehören zu den Antioxidantien und werden auch als „Venenputzer“ bezeichnet, weil sie Cholesterinablagerungen an den Gefäßwänden abbauen. Der regelmäßige Verzehr von Aronia kann demnach dazu beitragen, einem Herzinfarkt oder Schlaganfall vorzubeugen.

Flavonoide verleihen Aronia eine hohe antioxidative Wirkung

In Stresssituationen produziert der Körper freie Radikale. Diese Sauerstoffmoleküle greifen die Zellen des Körpers an und sind mitverantwortlich für den Alterungsprozess. Um die freien Radikale zu neutralisieren und dadurch die Abwehrkräfte und die Leistungsfähigkeit zu erhalten, benötigt der Körper sogenannte Antioxidantien. Typische Antioxidantien sind die Vitamine A, C und E, die alle in Aronia enthalten sind.
Darüber hinaus werden Aronia folgende Effekt zugesprochen:

  • antiviral und antimikrobiell: stärkt die Abwehrkräfte
  • antikanzerogen: hemmt die Ausbreitung von Krebszellen
  • thrombozytenhemmend: beugt der Bildung von Blutgerinnseln vor
  • entzündungshemmend
  • antiallergisch

Die antioxidative Wirkung der Aronia-Beere wird durch den hohen Gehalt an Flavonoiden verstärkt. Flavonoide gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen, die aufgrund ihrer chemischen Struktur freie Radikale neutralisieren und Vitamine revitalisieren können. Unterstützt werden die Flavonoide dabei von Tannin und Oligomeren Proanthocyanidinen (OPC), auch als Vitamin P bezeichnet. Während die Flavonoide für die tiefrote Färbung der Aronia zuständig sind, sorgen Tannine für den herben Geschmack und OPC für das „pelzige“ Gefühl beim Essen der frischen Frucht. Aber genau diese Mischung macht die Aronia besonders gesund.

Herkunft und Anbau der Aronia-Beere

Aronia stammt ursprünglich aus dem östlichen Nordamerika. Der sommergrüne Strauch, der ein bis zwei Meter groß wird, gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die fünf bis zwölf Millimeter großen Früchte besitzen ein Kerngehäuse, das an einen Apfel erinnert, woraus sich der Name Apfelbeere abgeleitet hat. Die nordamerikanischen Indianer schätzten Aronia vor allem als Wintervorrat, kannten aber auch ihre Wirkung als Heilpflanze.

Wie Aronia nach Europa kam

Bereits 1875 begann der russische Botaniker Iwan Mitschurin in seinem 500 Quadratmeter großen Garten mit der Sammlung und Züchtung verschiedener Pflanzen. Inspiriert von den Arbeiten Charles Darwins setzte er sich zum Ziel, frostresistente Obstsorten zu züchten und so den Obstanbau in weiten Gebieten Russlands zu ermöglichen.

Mit dem Anbau von Aronia begann auch die Entdeckung der gesundheitsfördernden Wirkung der Beere. In der Sowjetunion wird Aronia deshalb seit über 50 Jahren in der Medizin eingesetzt. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs hat die Apfelbeere nun auch in Westeuropa ihren Siegeszug als Gesundheitsbeere angetreten.

Heutzutage wird Aronia auch in Deutschland angebaut. Es gibt mehrere Aronia-Arten und alle gelten als äußerst anspruchslos und wenig anfällig für Krankheiten und Parasiten. Deshalb lässt sich der Strauch auch leicht im privaten Garten anpflanzen. Als Heilpflanze wird vor allem die Schwarze Apfelbeere (Aronia melanocarpa) verwendet.

Verwendung und Verarbeitung

Die Aronia-Beere kann frisch oder getrocknet verzehrt werden. Aufgrund ihres herben und pelzigen Geschmacks bevorzugen die meisten Menschen jedoch eine Verarbeitung zu Marmelade, Gelee oder Saft. Oft wird Aronia auch mit anderen Beeren oder Obstsorten gemischt, wobei sich die spezielle heilende Wirkung von Aronia mit einem sinkenden Anteil am Endprodukt reduziert. Wer Aronia nicht im eigenen Garten hat, sollte beim Kauf auf einen biologischen Anbau achten.

1 http://edoc.sub.uni-hamburg.de/