Chlorella – kleines, junges Grün

Schutz von Körper und Geist – die Chlorella-Alge soll herausragende Fähigkeiten besitzen. Die Mikro-Alge wird daher gern mit Superfoods zusammengebracht: Ihre Nährstoffe und Wirkung können besonders gut für die Gesundheit sein. Doch stimmt das? Was ist dran an Chlorella?

Die Chlorella-Alge in Pflanzenform und als Pulver.

Übersicht

Diese Inhaltsstoffe stecken in Chlorella

  • Antioxidantien
  • Vitamine (z.B. B12, Folsäure)
  • Magnesium
  • Calcium
  • Proteine
  • Spurenelemente

Inhaltsstoffe: Das steckt in Chlorella

Man nehme eine Prise Nährstoffe, ein wenig Antioxidantien und einen Schuss Vitamin B12 – fertig ist die Mikro-Alge Chlorella. Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Die kleine, kugelige Alge, die zur Gattung der Süßwasseralgen zählt, besteht eigentlich aus einem Zellkern und Chlorophyll (Farbstoff). Letzter verleiht der Alge ihre grüne Farbe. Zudem ist sie nur wenige Zentimeter groß und fühlt sich vor allem in Seen heimisch.

Hätten Sie’s gewusst?

Der Name Chlorella stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „kleines, junges Grün“.

Trotz ihrer geringen Größe beinhaltet Chlorella eine ganze Reihe von Vitaminen, Proteinen und Co. Ähnlich wie Spirulina, soll auch in der Chlorella-Alge viel Protein stecken. Zwar kann das kleine Grün mit nur wenig Kohlenhydraten aufwarten, dafür soll es Glucose schneller zu den Muskelzellen und der Leber transportieren. Darüber hinaus enthält Chlorella:

  • Fettlösliche Vitamine: Der Körper kann die Vitamine A, D, E sowie K im Körper einlagern. Dies ist wichtig, um die Bildung von bestimmten Proteinen anzuregen.
  • Wasserlösliche Vitamine: Diese Vitamine, beispielsweise Vitamin B6 oder Folsäure, können im Körper kaum bis gar nicht eingelagert werden. Eine Zuführung über die Nahrung ist daher nötig, da einige der B-Vitamine am Stoffwechselprozess beteiligt sind.

In ausreichender Menge sollen auch Magnesium, Natrium, Calcium und Kalium sowie die Spurenelemente Zink, Eisen, Kupfer, Mangan und Selen vorhanden sein. Der Nährstoff Jod ist in Chlorella allerdings kaum enthalten.

Der Jodgehalt in Meeresalgen

Im Gegensatz zu Chlorella kann in Meeresalgen durchaus Jod in größeren Mengen vorkommen, das Bundesministerium für Risikobewertung (BfR)1 warnt sogar vor einem zu hohen Jodgehalt in getrockneten Meeresalgen. Ein Jodgehalt von mehr als 20 Milligramm pro Kilogramm stufen sie als gesundheitlich bedenklich ein, insbesondere für ältere Menschen. Getrocknete Algen sowie Seetang können laut dem BfR zwischen 5 und 11.000 Milligramm je Kilogramm aufweisen; die Werte einzelner Algenarten variieren jedoch. Eine Überdosierung ist somit möglich.

Chlorella: Wirkung und Anwendungsgebiete

Durch die vielen Inhaltsstoffe soll Chlorella ein breites Wirkspektrum aufweisen: Die Palette an Nährstoffen wie Vitamine oder Mineralstoffe, die für den menschlichen Körper essentiell sind, sollen zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, hohem Blutdruck oder Cholesterin beitragen.

Im Zusammenhang mit Chlorella wird vor allem der hohe Chlorophyllgehalt hervorgehoben. Neben der Grünfärbung der Alge soll Chlorophyll die Blutbildung und Zellatmung unseres Körpers verbessern – allerdings ist der Farbstoff auch in an anderen grünen Pflanzenteilen beziehungsweise Gemüsesorten, zum Beispiel Spinat, enthalten. Dem Farbstoff wird zudem eine desodorierende (geruchsbeseitigende) Wirkung zugesprochen, er kann daher in Form von beispielsweise Tabletten bei Mund- oder Schweißgeruch zum Einsatz kommen.

Insbesonders Veganern wird der hohe Gehalt an Vitamin B12 in der Chlorella-Alge angepriesen. Zwar sind große Mengen des Vitamins enthalten, allerdings handelt es sich dabei auch um sogenannte Analoga. Das bedeutet, der Körper kann diese nicht verwerten.

Folgende positiven Eigenschaften werden der Chlorella-Alge nachgesagt:

  • Energie spendend
  • Gifte ausleitend, beispielsweise Schwermetalle
  • Beim Abnehmen unterstützend

Inwiefern die Nährstoffe einen Effekt auf den menschlichen Körper beziehungsweise positive Wirkungen hervorrufen, ist allerdings umstritten. Bislang liegen hauptsächlich Laborexperimente und Tierversuche über die Wirkung von Chlorella vor. Klinische Studien2 sind nur im Einzelnen vorhanden, deren Aussagekraft und Teilnehmerzahl ist jedoch gering.

Zudem werden Algenpräparte in der Regel rechtlich gesehen als Nahrungsergänzungsmittel und nicht als Arznei gehandelt. Ein Arzneimittel unterliegt strengen Kontrollen; die Wirksamkeit, Unbedenklichkeit sowie pharmazeutische Qualität muss gegeben sein. Nahrungsergänzungsmittel fallen hingegen unter die Kategorie Lebensmittel und müssen daher keinen Wirksamkeitsnachweis erbringen.

Von der Chlorella-Alge zu Tablette & Co.

Trotz ihrer enormen Anpassungsfähigkeit, wird die Alge heute künstlich gezüchtet. Der Grund: Ihr natürlicher Lebensraum, die Seen, sind oftmals stark umweltbelastet – sei es durch Schwermetalle oder chemische Substanzen. Um mögliche Verunreinigungen auszuschließen, wird Chlorella in größeren Aquakulturen produziert. Voraussetzung für optimales Wachstum ist viel Sonnenlicht: In den Aquakulturen sind die Becken daher meist recht flach gehalten. Zudem werden sie ständig umgewälzt, um eine gleichbleibende Wasserqualität zu erreichen.

Nach der Ernte wird bei der Weiterverarbeitung von Chlorella eine rasche Trocknung angestrebt. Da die Algen als Nahrungsergänzungsmittel meist in Form von Presslingen oder Pulver angeboten werden, ist eine anschließende Pulverisierung vonnöten. In der Herstellung ist auf einen schonenden Prozess zu achten, um Qualität, Reinheit und Nährstoffreichtum zu gewährleisten.

1 http://www.bfr.bund.de/cm/343/gesundheitliche_risiken_durch_zu_hohen_jodgehalt_in_getrockneten_algen.pdf
2 https://www.test.de/Algenpraeparate-Die-gruene-Gefahr-4196341-4196346/