Goji-Beere – rote Beere aus dem Reich der Mitte

Goji-Beeren sind aufgrund ihrer hohen Nährstoffdichte besonders gesund. Die traditionelle chinesische Medizin schätzt zudem ihre gesundheitsfördernde Wirkung. Was ist Goji, wo werden die Beeren angebaut und wie werden sie verwendet?

Frisch oder getrocknet gibt es die roten Früchte: Goji-Beere wird auch als Gemeiner Bocksdorn bezeichnet

Übersicht

Diese wertvollen Nährstoffe stecken in der Goji-Beere

  • Vitamin A (Beta-Carotin), B2, C und E
  • Kalium
  • Calcium
  • Kupfer
  • Spurenelemente
  • Lutein und Zeaxanthin
  • Antioxidantien

Goji-Beeren: ihre Nährstoffe und Wirkung

Goji-Beeren sind kein modernes Superfood. Die Chinesen schätzen ihre heilende Wirkung seit mehreren tausend Jahren. Die Früchte des Gemeinen Bocksdorns, wie die Pflanze hierzulande genannt wird, stecken in der Tat voller gesunder Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Antioxidantien. Diese Radikalfänger binden freie Radikale im Körper, bevor diese Zellen schädigen, und können damit Alterserscheinungen und Krankheiten vorbeugen.

Außerdem liefern 50 Gramm Goji-Beeren schon den gesamten Tagesbedarf an Eisen. Das Spurenelement wird für die Bildung der roten Blutkörperchen benötigt, die den gesamten Körper mit Sauerstoff versorgen. Wer unter Eisenmangel leidet, fühlt sich oft müde und abgeschlagen. Größere Mengen des Spurenelements befinden sich vor allem in rotem Fleisch. Daher ist die Goji-Beere besonders für Vegetarier und Veganer eine wertvolle pflanzliche Eisenquelle.

Goji-Beeren für gesunde Augen

Goji-Beeren enthalten unter anderem Lutein und Zeaxanthin, Verwandte des Beta-Carotins. Diese beiden Nährstoffe spielen eine wichtige Rolle beim Stoffwechsel innerhalb der Augen: Um sehen zu können, wandelt die Netzhaut Lichtinformationen in elektrische Impulse um. Eine Störung des Stoffwechsels kann zu einer Schädigung der Sehzellen und damit zu Einschränkungen im Sehvermögen führen. Betroffen ist meist die sogenannte Makula, die Netzhautmitte, die über die meisten Sehzellen verfügt.

Die Augenkrankheit, die vor allem bei Menschen über 60 Jahren auftritt und zu den häufigsten Erblindungsgründen in Europa zählt, wird Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) genannt. Untersuchungen haben gezeigt, dass eine gesunde Ernährung, die auch Lutein und Zeaxanthin enthält, eine solche Makuladegeneration vorbeugen und auch den Krankheitsverlauf verlangsamen kann.

Goji-Beeren und ihre Anwendung in der chinesischen Medizin

In der traditionellen chinesischen Medizin geht es unter anderem darum, eine Balance zwischen den Yin- und den Yang-Kräften herzustellen. Auch die moderne ganzheitliche Medizin hat erkannt, dass viele Krankheiten die Folge eines Ungleichgewichts in der Lebensweise sind. Dazu gehört beispielsweise zu viel Stress, ungesunde Ernährung oder auch zu wenig Sport. Die Goji-Beere wird in der chinesischen Medizin zur Erhöhung des Yin (weibliches Prinzip, Dunkelheit und Stille) bei folgenden Symptomen und Krankheiten eingesetzt:

  • Erschöpfung, dauerhafte Müdigkeit und Überanstrengung
  • Erkältungen
  • Anämie (Blutarmut)
  • Sehschwäche
  • Schwindel
  • Tinnitus
  • Bluthochdruck und hohe Blutfettwerte
  • Diabetes
  • Nachtschweiß
  • Unfruchtbarkeit
  • Demenz

Bei vielen Symptomen gibt es mittlerweile Untersuchungen, die belegen, welche Nährstoffe in den Goji-Beeren für die heilende Wirkung verantwortlich sind. Beispielsweise ist der hohe Eisengehalt bei Anämie oder Lutein und Zeaxanthin bei Sehschwäche förderlich. Bei anderen fehlen allerdings noch ausreichende Studien.

Was ist Goji und wie wird die Beere verwendet?

Die Goji-Beere ist die Frucht des Gemeinen Bocksdorns (Lycium barbarum). Der zwei bis vier Meter hohe, sommergrüne Strauch gehört zu den Nachtschattengewächsen. Im Volksmund wird er auch Teufelszwirn, Hexenzwirn oder Wolfsbeere genannt. Die Früchte sind einen halben bis zwei Zentimeter lang, eiförmig und leuchtend rot oder orange. Es gibt süße und saure Sorten.

In Deutschland kommt der Gemeine Bocksdorn als Wildpflanze vereinzelt im Norden und Osten vor. Seine eigentliche Heimat reicht jedoch von Südeuropa bis China. Während er in Südeuropa vor allem als Zierpflanze oder Dammbepflanzung verwendet wird, gibt es in China, besonders in der Region Ningxia, riesige Plantagen für die Kultivierung der Goji-Beere.

Anwendung in der Küche und Herstellung von Medizin

Ein großer Teil der Goji-Beeren-Ernte wird nach dem Pflücken getrocknet. Im getrockneten Zustand sind die Beeren über längere Zeit lagerfähig und werden so in die ganze Welt exportiert. Getrocknete Goji-Beeren können ähnlich wie Rosinen pur geknabbert, Müsli beigemischt oder auch zum Backen sowie Kochen verwendet werden.

Goji-Pulver wird hingegen für die Herstellung von Kapseln und Tabletten verwendet oder Tee und Smoothies zugefügt. In der chinesischen Medizin werden Goji-Beeren zu einem Absud aufgekocht oder zu Tinkturen verarbeitet.

Was Sie beim Kauf von Goji-Beeren beachten sollten

Getrocknete Goji-Beeren, Saft, Marmelade, Tee und Snacks sind in Asia-Geschäften, Reformhäusern und Bioläden erhältlich. In der Apotheke gibt es darüber hinaus auch Goji-Kapseln und Tabletten. Mittlerweile werden von Juni bis September online und auf Spezialmärkten frische Goji-Beeren angeboten. Diese kommen meistens aus Spanien oder anderen Mittelmeerländern.

Vorsicht vor Etikettenschwindel bei Goji-Beeren

Einige Anbieter werben mit Goji-Beeren aus dem Himalaya oder aus Tibet. Bei diesen Angeboten handelt es sich um Etikettenschwindel, um den ohnehin hohen Preis für Goji-Beeren weiter in die Höhe zu treiben. Weder in Tibet noch sonst irgendwo im Himalaya wachsen die Beeren – aus klimatischen Gründen – in der Menge und Qualität, dass sie sich für den Export eignen würden.
Auch auf die Beschreibung ‚wild‘ sollten Käufer nichts geben. Die meisten Goji-Beeren und Produkte stammen von chinesischen Plantagen.

Goji-Beeren sind unter Verbraucherschützern in den letzten Jahren in Verruf geraten. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen werden unter dem Namen Goji-Beere auch Sorten minderer Qualität mit geringerem Nährstoffgehalt verkauft. Wer Goji-Beeren aufgrund ihrer gesundheitsfördernden Wirkung kaufen will, sollte deshalb darauf achten, dass es sich um die Sorte Lycium Barbarum handelt. Zum anderen sind viele Goji-Beeren mit Pestiziden belastet. Nur Produkte, die nachweislich aus Bio-Anbau stammten, haben die Tests von Lebensmittelbehörden bestanden.