Granatapfel – die Speise der Götter

In der Antike galt der Granatapfel als Speise der Götter. Heute bezeichnen ihn viele Menschen als Superfood, das Gesundheitsrisiken reduziert. Welche Nährstoffe stecken im Granatapfel und wie wirken diese? Und helfen Granatäpfel wirklich beim Abnehmen?

Aufgeschnittener Granatapfel: Bis zu 400 Kerne sind in einem solchen anzutreffen.

Überblick:

Diese Inhaltsstoffe stecken im Granatapfel

  • B-Vitamine und Folsäure
  • Vitamin C, E und Provitamin A
  • Kalium
  • Eisen
  • Phosphat
  • Antioxidantien

Der Granatapfel und seine Nährstoffe

Der Granatapfel ist seit Jahrhunderten nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch aufgrund seiner heilenden Wirkung beliebt. Er galt seit jeher als Jungbrunnen und Aphrodisiakum. Heute wird der regelmäßige Verzehr von Granatäpfeln oder Granatapfelsaft als gesundheitsfördernd angepriesen. Studien1 in den letzten Jahren haben gezeigt, dass sie das Wachstum von Krebszellen verlangsamen, den Blutdruck senken und den Blutzucker regulieren können. Darüber hinaus wirkt der Granatapfel entzündungshemmend und senkt den Cholesterinspiegel.

Bei manchen Krankheiten wie Herz- und Kreislauferkrankungen, Arthrose sowie bei verschiedenen Krebsarten empfehlen Anhänger der ganzheitlichen Medizin deshalb häufig eine behandlungsbegleitende Kur mit Granatapfelsaft. Grund für diese Heilkraft sind die zahlreichen gesunden Inhaltsstoffe im Granatapfel, wie Vitamine, Mineralien und Antioxidantien.

Reich an Antioxidantien

Die Entstehung von Krankheiten hat viele verschiedene Ursachen. Eine davon ist oxidativer Stress, der durch freie Radikale ausgelöst wird. Freie Radikale sind Moleküle, die Körperzellen angreifen. Sie werden bei erhöhter körperlicher und psychischer Belastung gebildet. Um sich vor den negativen Auswirkungen (wie beispielsweise beschleunigter Alterung) zu schützen, ist eine Ernährung erforderlich, die reich an Antioxidantien ist. Diese Radikalfänger neutralisieren die Moleküle bevor sie die Zellen schädigen können.

Typische Antioxidantien sind Vitamin C und Vitamin E, die gleichfalls im Granatapfel vorkommen. Darüber hinaus enthält er auch andere Inhaltsstoffe, die antioxidativ wirken. Besonders hervorzuheben sind die Polyphenole. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die für die Farbe und den Geschmack der Frucht verantwortlich sind. Untersuchungen zufolge befinden sich im Granatapfel deutlich mehr antioxidative Nährstoffe als in grünem Tee oder Rotwein.

Mit Granatapfel abnehmen?

Ob Granatapfel eher dick macht oder beim Abnehmen hilft, darüber streiten sich Ernährungsexperten. Tierversuche deuten darauf hin, dass Granatäpfel die Reduzierung von Körperfett fördern. Welche Inhaltsstoffe dazu beitragen, ist jedoch noch nicht erforscht. Außerdem gibt es noch keine vergleichbaren Studien für Menschen.

Bislang hatte der Granatapfel eher den Ruf eines Dickmachers, weil die Frucht viel Zucker enthält und mit 74 Kalorien je 100 Gramm zu Buche schlägt. Allerdings finden sich im Granatapfel auch viele wertvolle Nährstoffe, die während einer Diät Mangelerscheinungen vorbeugen können. Auf dem Stand der heutigen Wissenschaft stellt der Granatapfel deshalb eine gute Ergänzung des Speiseplans dar, unabhängig davon, ob jemand abnehmen will oder nicht.

Herkunft und kulturelle Bedeutung des Granatapfels

Der Granatapfel (Punica granatum) gehört zur Familie der Weiderichgewächse. Der sommergrüne, bis zu fünf Meter hohe Baum oder Strauch kommt ursprünglich aus West- und Mittelasien, wird aber heute auch im Mittelmehrraum kultiviert. Der lateinische Name Punica leitet sich von der römischen Bezeichnung der Phönizier ab, die vermutlich das römische Reich mit der Gottesfrucht belieferten.

Der Baum kann einige hundert Jahre alt werden. Er blüht im Frühjahr und Sommer. Die etwa apfelgroßen Früchte werden von September bis Dezember geerntet. Bis auf die Größe und Farbe hat der Granatapfel keine Ähnlichkeit mit richtigen Äpfeln. Unter der dicken roten Schale befinden sich etwa 400 rote saftige Bläschen, in denen sich jeweils ein kleiner Kern, der Samen, befindet. Die Bläschen können roh gegessen oder zu Saft verarbeitet werden. Sie schmecken säuerlich bis leicht bitter.

Der Granatapfel in der Kulturgeschichte

Granatäpfel werden seit ungefähr 5.000 Jahre kultiviert. Sie dienten seither sowohl als Nahrungsmittel als auch als Heilmittel und hatten darüber hinaus eine hohe Symbolkraft. Die Ägypter legten sie als Beigabe in die Grabkammern von Pharaonen und hohen Beamten. Im Mittelalter fand der Granatapfel als Zeichen der Macht Eingang in Wappen und Gemälden. Laut Bibel soll der Granatapfel 613 Kerne besitzen, genauso viele Gesetze enthält das Alte Testament. Und auch in der griechischen Mythologie spielt er eine Rolle als Speise der Götter, Frucht der Liebe, Jugend, Fruchtbarkeit und Schönheit.

Noch heute werden in Griechenland in manchen Gegenden junge Brautpaare mit getrockneten Granatäpfeln beworfen. Platzen die Früchte auf und fallen die Samen heraus, wird das als Zeichen für einen reichen Kindersegen gedeutet.

Granatäpfel kaufen, lagern und verwenden

Die Granatapfelsaison reicht von September bis Dezember. In dieser Zeit sind Granatäpfel frisch in vielen Obst- und Gemüseläden und Supermärkten erhältlich. Aufgrund ihrer dicken Schale, welche die saftigen Fruchtbläschen im Innern schützen, kann der Granatapfel über mehrere Wochen gelagert werden. Allerdings sollten Sie beim Kauf darauf achten, dass die Schale unversehrt und frei von Druckstellen ist.

Granatapfelkerne können pur gegessen werden. Meist werden sie jedoch in Desserts oder zur Verfeinerung herzhafter Gerichte, wie beispielsweise Wild, verwendet. Um an das essbare Innenleben zu kommen, schneiden Sie die Frucht in zwei Hälften. Halten Sie jede Hälfte mit der offenen Seite über eine Schüssel und klopfen mit einem Holzlöffel kräftig auf die Außenseite. So lösen sich die Bläschen und fallen in das bereitgestellte Gefäß. Alternativ können Sie den Granatapfel mit einer Zitronenpresse auspressen und den Saft trinken.

1 https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/urologie/presse/DZO_0308_Granatapfel.pdf
http://www.drjacobsinstitut.de/?Granatapfel
http://www.biokrebs.de/images/download/Newsletter_Links/Neue_Doppelblind_Studie.pdf