Superfood in Gelb: Kurkuma

Kurkuma – in der ayurvedischen Heilkunde gilt die Pflanze schon seit Jahrtausenden als Heilmittel, in Deutschland kennt man sie vor allem als Gewürz. Kurkuma ist es, dem Curry seine typische gelbliche Farbe verdankt. Dabei soll Kurkuma noch so viel mehr können: Entzündungen bekämpfen, bei Verdauungsprobleme helfen, Krebs vorbeugen und und und… Was ist dran an der wundersamen Wirkung von Kurkuma?

Das Superfood Kurkuma zeichnet sich durch seine satte gelbe bis orange Farbe aus.

Kurkuma (Curcuma longa) gehört zur Familie der Ingwergewächse. Sie wird daher auch als Gelber Ingwer bezeichnet, alternativ Gelbwurz oder Safranwurz. Andere Bezeichnungen liefern bereits einen Hinweis auf die heilende Wirkung von Kurkuma: „Zauberknolle“ und „Gewürz des Lebens“.

Überblick:

Auf einen Blick: Das steckt in Kurkuma

  • Curcumin
  • ätherisches Öl
  • Ferulasäure
  • Kaffeesäure (-derivate)
  • Vitamine, Mineralstoffe (in kleineren Mengen)

Färbe- und Wundermittel Kurkuma: Die Inhaltstoffe und ihre Wirkung

Am bekanntesten dürfte Kurkuma im Zusammenhang mit Curry sein. Neben anderen Pflanzen wie Zimt und Nelken ist Kurkuma ein wichtiger Bestandteil des exotischen Pulvers – und sorgt für dessen typische ockergelbe bis orange Farbe. Als relevanter Inhaltsstoff gilt Curcumin, ein Farbstoff, der sich im Rhizom (Wurzelstock) der Pflanze befindet. Als Farbstoff findet er unter dem Lebensmittelzusatzstoff E100 weitreichende Verwendung, beispielsweise zur Färbung von Margarine, Konfitüre oder Senf. Curcumin stellt eine kostengünstige Alternative zu dem ebenfalls stark färbenden Safran dar.

Wissenswert: Neben der gelben Färbung liefert Curcumin auch das Aroma. Allerdings: Kurkuma ist kein sehr starker Geschmacksträger, es ist geschmacklich relativ neutral – mit Neigung zu einer leicht bitteren Note.

Neben Curcumin weist die gelbe Knolle unter anderem folgende Inhaltsstoffe auf:

  • Ätherisches Öl: Hauptsächlich besteht dieses aus Zingiberen, Curcumol und Tumeron. Im Tiermodell lässt sich eine stimulierende Wirkung auf den Gallenfluss nachweisen.
  • Ferulasäure: Die organische Verbindung kommt in verschiedenen Pflanzen vor, beispielsweise Reis oder Gräsern . Ferulasäure ist neben Kaffeesäure einer der am häufigsten vorkommenden sekundären Pflanzenstoffe. Sie stellt beispielsweise den Ausgangsstoff zur Herstellung von Vanillin (Vanillearoma) dar.
  • Kaffeesäure: Der sekundäre Pflanzenstoff ist in recht hoher Konzentration in Kaffee vorhanden. Ihm wird eine schützende Wirkung vor Magenkrebs zugesprochen.

In kleinen Mengen lassen sich in Kurkuma auch Vitamine, Mineralstoffe und Eiweiß nachweisen.

Rezepte-Tipp: Kurkuma-Latte

Kurkuma-Latte oder auch Goldene Milch genannt, lässt sich mit wenigen Zutaten ganz einfach herstellen – und es lohnt sich. In 15 Minuten steht so ein ebenso leckeres wie gesundes Heißgetränk auf dem Tisch. Was Sie dafür alles benötigen, verrät Ihnen unser Rezept „Kurkuma-Latte“.

Wie gesund ist Kurkuma?

In der ayurvedischen Medizin ist Kurkuma schon lange für seine heilende Wirkung bekannt – und auch in Deutschland rückt die gelbe Pflanze immer mehr in den Fokus der Forschung. Zusammen mit dem Färbestoff Curcumin werden ihr unter anderem folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • gallentreibend
  • antioxidativ
  • antiseptisch (keimreduzierend)
  • schmerzlindernd
  • entzündungshemmend

Traditionell findet Kurkuma vor allem als verdauungsförderndes Mittel und bei Störung der Gallenwege Einsatz.

Bei Verdauungsbeschwerden: Als Tagedosis empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 3 Gramm der Wurzel.

Kurkuma soll aber auch bei zahlreichen anderen Indikationen angewandt werden können – mehr als ein potenzieller Behandlungsansatz sei vorhanden, vor allem in der Erforschung westlicher Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Demenz und Krebs.

In experimentellen Untersuchungen konnten Wirkungen nachgewiesen werden, die den Einsatz von Kurkuma bei folgenden Erkrankungen ratsam erscheinen lassen:1

  • Reizdarm-Syndrom
  • Gallenblasendysfunktion
  • Magen-Darmgeschwüre
  • Krebserkrankungen, insbesondere im Darm und Mund
  • entzündliche Erkrankungen, beispielsweise im Darm

Ein Fokus der Forschung liegt dabei auf dem Farbstoff Curcumin, dem ein Einfluss auf das Wachstum von Tumorzellen zugesprochen wird. Beispielsweise besteht wohl in der indischen Bevölkerung ein Zusammenhang zwischen regelmäßigem Verzehr von Curry und einem vergleichsweise geringeren Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Wie gesund Kurkuma beim Menschen ist, lässt sich jedoch bislang nicht eindeutig sagen. Die Erforschung erfolgt momentan noch am Tiermodell und an Zellkulturen.2

Kurkuma in der Kosmetik

Als pflanzlicher Inhaltsstoff ist Gelbwurz nicht nur in der Küche anzutreffen, sondern auch in der Kosmetik – und zwar mit der Bezeichnung CI 75300. Das Anwendungsgebiet umfasst zum einen die Färbung kosmetischer Produkte, zum anderen den Bereich der Haut- und Haarpflege. So soll Kurkuma in Hautprodukten beispielsweise die Durchblutung der Haut fördern, Schwellungen lindern oder Mitesser sowie Pickel bekämpfen. In Shampoos und Spülungen wird Kurkuma zur Kräftigung des Haares eingesetzt oder um dem Haar mehr Elastizität zu verleihen.

Schon gewusst? Hintergrundwissen zu Kurkuma

Im asiatischen Raum wird Kurkuma oder Gelbwurz schon seit Jahrhunderten als Heilpflanze eingesetzt. Etwa 50 Arten umfasst die Pflanze, deren Heimat in Indien und Südostasien liegt. Der Anbau erfolgt in den Tropen und Subtropen, sprich Asien und der Karibik. Die krautige Pflanze benötigt nach dem Auspflanzen zwischen acht und zehn Monate, um erntereif zu sein. Sie kann dabei eine Höhe von bis zu einem Meter erreichen und zeichnet sich durch stark verzweigte, gelbe bis orange Rhizome (Sprossachsen) aus, die sich an den Enden der Knollen entwickeln. Das Rhizom ähnelt stark dem des Ingwers, kennzeichnet sich jedoch durch einen intensiveren Gelbton.

Interessant: Mit bis zu 80 Prozent der Welternte weist Indien den höchsten Verbrauch von Kurkuma auf. In Zahlen sind das zwischen 120.000 und 180.000 Tonnen pro Jahr.

Das geschälte Rhizom von Kurkuma kommt sowohl in getrockneter als auch frischer Form als Gewürz und Farbstoff zum Einsatz. In Indien wird Gelbwurz in erster Linie frisch gerieben bevorzugt, während es im Handel vorwiegend in Pulverform oder als getrocknete Teilstücke des Rhizoms erhältlich ist. Mit der wachsenden Aufmerksamkeit vonseiten der Forschung und der Öffentlichkeit, gibt es Kurkuma mittlerweile als Nahrungsergänzungsmittel in Kapseln oder als Fertigarzneimittel in Apotheken und Drogerien zu kaufen.



1 https://www.uniklinik-freiburg.de/fileadmin/mediapool/08_institute/rechtsmedizin/pdf/Addenda/2016/Kurkuma_-_Wissenschaftliche_Zusammenfassung_2015.pdf
2 http://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/gesundheit/themenuebersicht/ernaehrung/curcuma-wirkung100.html