Natrium und Chlor in der veganen Ernährung

Was exotisch klingt, entpuppt sich auf den zweiten Blick als profanes Würzmittel unserer alltäglichen Kost: Natriumchlorid, besser bekannt als Koch- oder Speisesalz.

Salz enthält Natrium und Chlor

Werfen wir einen schärferen Blick auf seine Zusammensetzung, stellen wir fest: Es besteht aus zwei für unseren Körper essentiellen Mineralstoffen: Natrium und Chlor. Da letzteres in der Natur übrigens ausschließlich als Verbindung mit anderen Elementen vorkommt, finden wir es insbesondere im Kochsalz als ionisiertes Chlorid. Natrium dagegen ist beispielsweise zudem in Soda zu finden, welches unter dem Begriff Natriumcarbonat als Lebensmittelzusatzstoff  mit der E-Nummer 500 etwa als Backtriebmittel zum Einsatz kommt.

Die beiden Mineralstoffe Natrium und Chlor befinden sich in unserem Körper vorrangig im sogenannten Extrazellularraum außerhalb der Zellen. Im Gegensatz zu Kalium, das wir zu über 98 Prozent im Zellinneren finden, kommen Natrium und Chlor dort nur zu kleinen Anteilen vor.

Auch Natrium und Chlor gehören den sogenannten Mengenelementen an: Zu ihnen zählen wir außerdem Magnesium, Calcium, Kalium, Phosphor und Schwefel. Im Gegensatz zu Spurenelementen  wie Eisen, Jod oder etwa Zink kommen Mengenelemente mit einen Anteil von über 50 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht vor.

Welche Funktionen übernehmen die beiden Mineralstoffe Natrium und Chlor eigentlich in unserem Körper? Können wir unseren täglichen Bedarf mit veganer Ernährung ausreichend decken? Welche Symptome treten bei einem Mangel oder einem Überschuss der beiden Mengenelemente auf? Erfahren Sie mehr über Natrium und Chlor, zwei Mineralstoffe, die die Ernährungswissenschaft in ihrer Verbindung als Natriumchlorid aufgrund ihrer potenziell negativen Auswirkungen auf unsere Gesundheit kräftig aufwirbeln.

Natrium, Chlorid und ihre Aufgaben in unserem Körper

Indem sie durch Ionenaustausch zwischen Zellinnerem und Zelläußerem für eine Spannungsdifferenz sorgen, sind Natrium und Chlorid genau wie Kalium  an der Weiterleitung von Impulsen an Nerven und Muskeln beteiligt. Weil sie in dieser Hinsicht für eine funktionierende Muskeltätigkeit verantwortlich sind, sind die beiden Mineralstoffe durch ihren Einfluss auf unsere Herzmuskulatur auch für unseren Herzrhythmus von großer Bedeutung.

Neben der Regulation der Flüssigkeitsverteilung in unserem Körper, sind Natrium und Chlorid auch für einen geregelten Säure-Basen-Haushalt verantwortlich und spielen bei der Aktivierung bestimmter Enzyme in unserem Körper eine wichtige Rolle.

Was also passiert, wenn wir unseren täglichen Bedarf nicht oder nicht vollständig decken?

Natrium- und Chloridmangel

Laut der Referenzwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. liegt der tägliche Natriumbedarf für Jugendliche und Erwachsene bei täglich rund 550 Milligramm. Für Chlorid wird ein Richtwert von etwa 830 Milligramm pro Tag angegeben.

Da nahezu alle Lebensmittel Salz enthalten und vor ihrem Verzehr häufig zusätzlich nachgesalzen werden, tritt eine Natrium- oder Chloridunterversorgung in der Regel nur unter bestimmten Umständen auf:

  • sehr starkes Schwitzen,
  • anhaltende Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen oder Durchfall,
  • der Missbrauch von Abführmitteln,
  • Stoffwechselerkrankungen wie die Mukoviszidose,
  • Nierenerkrankungen oder
  • die Einnahme von Entwässerungsmedikamenten

Da Natrium und Chlorid in unserem Körper Hand in Hand arbeiten, sind auch die Hinweise auf eine mögliche Unterversorgung oftmals gleicher Art. Häufig äußern sich die Symptome dann in Magen-Darm-Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall. Nicht selten fällt der Blutdruck des Betroffenen: Damit können Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Bewusstseinsstörungen verbunden sein. Auch Muskelschwäche oder -krämpfe können mögliche Hinweise auf einen Natrium- oder Chloridmangel geben.

Aufgrund der regulierenden Eigenschaften in Bezug auf die Flüssigkeitsverteilung in unserem Körper, werden Austrocknung und gleichzeitiger Flüssigkeitsverlust oftmals als mögliche Folgen eines Natriummangels genannt. Eine Chloridunterversorgung kann Störungen im Säure-Basen-Haushalt hervorrufen: Während unser Körper bei einem Zuviel an Chlorid zu übersäuern droht, wird der pH-Wert bei einem Mangel ins basische Milieu übergehen.

Ein Zuviel an Natrium und Chlorid: Gefährlich hoher Salzkonsum

Aufgrund unseres hohen Salzkonsums decken wir unseren täglichen Bedarf an Natrium und Chlorid gewöhnlich mehr als genug. In der Regel scheidet unser Körper ein Zuviel dieser Mineralstoffe zwar über die Nieren wieder aus, unter Umständen kann er sich aber negativ auf unsere Gesundheit auswirken: Insbesondere Nierenerkrankte sollten ihren täglichen Salzkonsum im Blick behalten.

Laut der vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft beim Robert Koch-Institut in Auftrag gegebenen Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland liegt der Salzkonsum bei Frauen bei rund 8,4 Gramm und bei Männern bei etwa zehn Gramm pro Tag. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. dagegen rät, eine Kochsalzzufuhr von circa sechs Gramm am Tag nicht zu überscheiten.

Auch wenn rund 18 Prozent unseres täglich aufgenommen Salzes in Fleisch- und Wurstwaren sowie etwa zehn Prozent in Milchprodukten stecken, überschreiten in der Regel auch Veganer die Referenzwerte für die tägliche Natriumaufnahme.

Allerdings soll vegane Ernährung das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken können. Denn ein hoher Salzkonsum gilt als erheblicher Risikofaktor für die Entstehung von Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung in Bezug auf die oben genannte Studie schreibt.

Eine zu hohe Natriumzufuhr, kann übrigens eine erhöhte Kaliumausscheidung zur Folge haben. Wie Calcium und Magnesium betrachten wir auch Kalium und Natrium als natürliche Gegenspieler: Eine erhöhte Zufuhr des einen, wird eine vermehrte Ausscheidung des anderen Mineralstoffes zur Konsequenz haben. Bei Natriumüberschuss wird deshalb unter anderem empfohlen, kaliumreiche Kost wie viel Obst und Gemüse zu sich zu nehmen.