Veganes Ostern: Wie Sie den Hühnereiern entkommen

Die Luft wird milder, die Krokusse sprießen – der Frühling steht an und mit ihm das Osterfest. In vielen Familien werden zu Ostern nicht-vegane Bräuche gepflegt: Eier ausblasen und bemalen, Osterlamm zubereiten und natürlich die obligatorische Ostereier-Suche im Garten. Für die meisten Veganer kommen diese „tierischen“ Traditionen aus ethischer Überzeugung nicht infrage.

Eine echter Osterhase für das vegane Osterfest? Es geht auch ohne Tier!

Doch wie lässt sich ein tierfreundliches, veganes Ostern gestalten? Welche Möglichkeiten gibt es, das Osternest für den Nachwuchs vegan zu befüllen? Wir geben Ihnen Tipps rund um ein veganes Osterfest.

Das Osternest: Vegane Osterhasen statt Käfigeier

Fast jeder hat es als Kind geliebt, im Garten oder in der Wohnung auf Osternest-Suche zu gehen. Viele Erwachsene legen heute auch noch Wert darauf, am Ostersonntag ein Nest mit kleinen Überraschungen suchen zu dürfen oder wollen zumindest ihren Nachwuchs mit diesem Oster-Brauch erfreuen. Traditionell enthält das Osternest bemalte Hühnereier, die laut Volksmund vom Osterhasen gelegt, bemalt und versteckt werden.

Auch Süßigkeiten wie Eier aus Milchschokolade und nicht-vegane Osterhasen haben ihren angestammten Platz im Osternest. Dass die bunten Eier nicht vom Osterhasen, sondern zumeist von Hühnern in Käfighaltung gelegt werden, ist hierbei traurige Realität.

Schon gewusst?

Viele Verbraucher achten mittlerweile beim Einkauf auf die Verpackungskennzeichnung, die die Haltebedingungen von Legehennen angibt. Gekochte und gefärbte Eier sind allerdings von dieser EU-Kennzeichnungspflicht ausgenommen! Hinter der bunten Farbschicht verbergen sich deswegen häufig Käfigeier, die unter qualvollen Bedingungen für die Legehennen produziert wurden.

Für alle, die Ostern vegan feiern möchten, gibt es jedoch Alternativen zu Käfigeiern und Milchschokolade. In fast allen Biomärkten oder Naturkostläden gibt es kurz vor Ostern auch vegane Ostereier und andere Leckereien aus Zartbitterschokolade, die kein Milchpulver und sonstige tierische Produkte enthalten. Ab und zu wird man sogar im Discounter fündig. Vegane Osterhasen gibt es zum Beispiel aus Reismilch von Bonvita oder als Zartbitter-Variante von Lindt, Rausch oder Heilemann.

Diese Leckereien eignen sich auch für ein veganes Osternest:

  • Fondant-Eier: Die weißgelben Spiegeleier oder Küken aus Fondant werden nur aus Zucker und verschiedenen Aromastoffen hergestellt und sind deswegen vegan.
  • Essbares Ostergras: Als Unterlage für die veganen Osterhasen bietet sich essbares Ostergras aus Oblaten an. Es besteht lediglich aus Wasser, Mehl und Stärke.
  • Gelee-Ostereier: Gelee-Eier können auch für ein veganes Ostern geeignet sein, wenn keine tierischen Geliermittel verwendet werden. Achten Sie auf Pektin, dieses ist rein pflanzlich.
  • Marzipan-Eier: Marzipan wird aus Mandeln hergestellt und ist somit vegan-freundlich.

Mit ein bisschen Kreativität können Sie auch selbst vegane Ostereier formen, beispielsweise aus einem Teig aus Kokosflocken und Mandeln, und in das Osternest legen. Mit Lebensmittelfarbe lassen sich diese ebenfalls bunt gestalten.

Veganes Ostermenü: Osterlamm aus Hefeteig

Um nach dem Osternest-Suchen mit der Familie herzhaft vegan speisen zu können, bietet sich ein Osterbrunch an. Ein solcher lässt sich gut vorbereiten und sorgt für reichlich Abwechslung am Tisch. Für das vegane Ostermenü in Form des verlängerten Frühstücks muss kein Lamm aus Fleisch und Blut auf den Tisch kommen. Backen Sie doch ein Osterlamm aus Hefeteig! Dieses schmeckt nicht nur wunderbar, sondern sorgt auch für österliche Stimmung am Tisch.

Mit der Zubereitung von veganem Rührei aus Tofu kommen sogar die Eier-Liebhaber auf ihre Kosten. Außerdem können Sie saisonales Gemüse wie Lauch, Spinat, Spargel oder Rote Beete für Ihr veganes Ostermenü nutzen. Dieses ist gesund, schont die Umwelt und lässt sich auf vielfältige Art und Weise österlich verarbeiten.

Bastelideen rund um das vegane Ostern

Besonders viel Charme hat das vegane Osterfest, wenn Sie auch bei der Deko selbst Hand anlegen. Wie beim Osternest geht auch bei der Dekoration traditionell nichts ohne Hühnereier. Diese werden ausgeblasen und anschließend bemalt. Die Eier werden dann an kahle Zweige von Bäumen gehängt oder schmücken einen Osterstrauß aus Birkenzweigen in der Wohnung.

Aus Eiern entsteht neues Leben. Viele Veganer mögen die Idee des Neuanfangs und dekorieren zu Ostern deswegen ganz traditionell mit Eiern. Vegane Ostereier können aus Holz oder Plastik hergestellt und ganz nach Belieben bemalt oder durch Schnitzereien verziert werden.

Tipp: Vegane Eier aus Salzteig

Kinder finden das Basteln von veganen Ostereiern mit Salzteig toll. Und der Teig ist ganz einfach gemacht! Nehmen Sie für den Salzteig 250 Gramm Mehl, die Hälfte an Salz und 150 Milliliter Wasser. Verkneten Sie diese Mischung mit den Händen und geben Sie etwas Speisestärke sowie zwei Esslöffel Öl hinzu. Wer farbige Eier herstellen möchte, fügt Lebensmittelfarbe dazu. Dieser Teig kann dann zu Eiern geformt werden. Anschließend sollten die veganen Ostereier circa 45 Minuten bei 150 Grad im Backofen gebacken werden.

Wer gerne etwas ohne Eier basteln möchte, dem stehen natürlich weitere Ostersymbole wie Hasen oder Frühlingsblumen zur Verfügung. Oder Sie schlagen Ihrem Kind vor, das Osternest gemeinsam aus Pappe oder Zweigen zu basteln!

Vegane Geschenkideen zu Ostern

Wer seinen Liebsten zu Ostern etwas Anderes als Süßigkeiten schenken möchte, für den bietet sich ebenfalls etwas Selbstgemachtes an. Kaufen Sie doch einen bunten Blumentopf und füllen diesen mit Erde und einigen Kräuter- oder Blumensamen. Nett verpackt macht dieser sich gut auf der Fensterbank und sorgt für frühlingshafte Frische in der Küche.

Alternativ können Sie veganen Wein oder vegane Kosmetik als Mitbringsel für das vegane Ostern verschenken. Achten Sie beim Kauf dieser Produkte auf das Siegel der Veganblume.

Bitte keine lebenden Osterhasen verschenken!

Leider werden zu Ostern immer noch sehr viele Kaninchen als Osterüberraschung verschenkt. Der Kauf dieser Tiere erfolgt meist unüberlegt. Die Folge ist, dass die „Osterhasen“ vernachlässigt werden oder sogar im Tierheim landen.