Gemüse und Obst aufbewahren will gelernt sein!

Frisch vom Strauch schmecken sie am besten: Johannisbeeren oder Zwetschgen, die noch sonnenwarm gleich in den Mund wandern! Im Urlaub oder beim Picknick im Garten ist der direkte Verzehr möglich, aber im Alltag lagert unser Obst und Gemüse zwischen Ernte und Essen meist längere Zeit. Wo und wie wir Obst aufbewahren und Gemüse lagern, spielt eine große Rolle! Wer die richtigen Tipps kennt, kann sich länger an den gesunden Fitmachern erfreuen.

Äpfel lagern im Kühlschrank - aber wie?

Übersicht

Hier können Sie sich eine Lagerungsübersicht für Obst und Gemüse downloaden:

Äpfel dunkel lagern: Basics, die immer gelten

Wer selbst den Kochlöffel schwingt und mit frischem Obst und Gemüse kocht, tut seinem Körper etwas Gutes. Obst und Gemüse sind wichtige Bestandteile jeder gesunden Ernährung, da sie viele Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe enthalten. Nach der Ernte werden diese wertvollen Inhaltsstoffe jedoch bei fast allen Gemüse- und Obstsorten nach und nach abgebaut. Beim Aufbewahren von Obst und dem Lagern von Gemüse gelten allgemein folgende Tipps:

  • Obst und Gemüse trennen: Verwenden Sie getrennte Behälter, um Gemüse und Obst aufzubewahren.
  • Verdunstung vermeiden: Vor allem Gemüse enthält viel Wasser, welches nach der Ernte verdunstet. Sorgen Sie für eine hohe Luftfeuchtigkeit und kühle Temperaturen: Das meiste Gemüse gehört deswegen ins Gemüsefach des Kühlschranks.
  • Ungewaschen hält länger: Waschen Sie Obst und Gemüse vor dem Lagern nicht. Anhaftende Erde verringert die Verdunstung von Wasser. Außerdem fängt feuchtes Obst und Gemüse schneller an zu schimmeln.
  • Lichtgeschützt aufbewahren: Sonnenlicht kurbelt den Reifeprozess an, deshalb ist eine dunkle Aufbewahrung immer von Vorteil (Kartoffeln, Chicorée und Äpfel lagern Sie bitte besonders dunkel).
  • Grünzeug entfernen: Gemüse mit Grünzeug wie Bundmöhren, Radieschen oder Kohlrabi hält sich länger, wenn Sie das Grün vor dem Einräumen abschneiden.
  • Frische Kräuter nicht ertränken: Bei Bundkräutern sollten Sie am besten die Schnur entfernen und die Kräuter kurz mit Wasser benetzen. Dann in einem Plastikbeutel im Kühlschrank aufbewahren.

Diese allgemeinen Tipps bewirken, dass der Reifeprozess von Obst und Gemüse möglichst lange hinausgezögert wird. Das bedeutet, dass Frische und Geschmack eine Zeit lang erhalten bleiben und sich der Nährstoffverlust in Grenzen hält.

Obst richtig aufbewahren für frische Früchtchen

Bei der Lagerung von Obst hilft Ihnen folgende Faustregel: Überlegen Sie, woher das Obst kommt und wo es angebaut wird.

  • Heimisches, also in Mitteleuropa gezüchtetes Obst, darf gerne etwas kühler aufbewahrt werden. Äpfel lagern Sie deshalb am besten im kühlen Keller bei einstelligen Temperaturen.
  • Exotisches Obst wie Bananen oder Mangos mögen keine niedrigen Temperaturen und gehören deswegen nicht in den Kühlschrank (von Ausnahmen wie Feigen abgesehen).

Hier finden Sie Lagertipps für einzelne Obstsorten:

Obstsorte Optimaler Lagerort Lagerdauer ab Ernte

(in Tagen)

Ananas Speisekammer (8-20 °C) 30
Äpfel Keller (4-11 °C) 100-180
Aprikosen Kühlschrank, unterste Ablage (2-4 °C) 21
Bananen Speisekammer (8-20 °C) 10
Birnen Kühlschrank, unterste Ablage 50-90
Brombeeren Kühlschrank, unterste Ablage (2-4° C) 7
Erdbeeren Kühlschrank, unterste Ablage (2-4° C) 5
Feigen Kühlschrank oder Speisekammer 2
Grapefruit Speisekammer (8-13° C) 60
Heidelbeeren Kühlschrank, unterste Ablage (2-4° C) 7-14
Himbeeren Kühlschrank, unterste Ablage (2-4° C) 5
Johannisbeeren (rot) Kühlschrank, unterste Ablage (2-4° C) 7-21
Johannisbeeren (schwarz) Kühlschrank, unterste Ablage (2-4° C) 7-21
Kirschen Kühlschrank, unterste Ablage (2-4° C) 10-21
Kiwi Kühlschrank, unterste Ablage (2-4° C) 50-80
Kumquat (Zwergorange) Speisekammer (8-20 °C) 28
Mandarine Kühlschrank, mittlere Ablage (8° C) 40
Mango Speisekammer (8-20 °C) 30
Melone Speisekammer (8-20 °C) 5-7
Nektarine Kühlschrank, unterste Ablage (2-4° C) 14-28
Orange Speisekammer (8-20 °C) 60
Papaya Speisekammer (8-20 °C) 10-20
Pfirsiche Kühlschrank, unterste Ablage (2-4° C) 3-40
Pflaumen Kühlschrank, unterste Ablage (2-4° C) 14-21
Trauben Kühlschrank, unterste Ablage (2-4° C) 28-40
Zitronen Speisekammer (8-20 °C) 100
Zwetschgen Kühlschrank, unterste Ablage (2-4° C) 14-28

Oft sind Obst und Gemüse nach der Ernte einige Tage unterwegs, bis sie im Supermarkt landen. Je weiter das Erntegebiet entfernt ist, desto länger dauert der Transport. Denken Sie beim Aufbewahren von Obst deswegen daran, die Zeit für den Transport bis zum Laden mit zur Lagerdauer hinzuzurechnen.

Tomaten, Zwiebeln & Co.: Gemüse lagern

Gemüse ist in der Regel im Gemüsefach des Kühlschranks gut aufgehoben. Allerdings gibt es auch Sorten, wie Zwiebeln oder Tomaten, die die Kälte nicht gut vertragen.

So lagern Sie Gemüse richtig:

Gemüsesorte Optimaler Lagerort Lagerdauer ab Ernte

(in Tagen)

Auberginen Speisekammer (8 – 20 °C) 10-14
Avocado Speisekammer (10-15° C) 14-28
Blumenkohl Kühlschrank, unterste Ablage (2-4° C) 30
Brokkoli Kühlschrank, unterste Ablage (2-4° C) 14
Champignons Kühlschrank, unterste Ablage (2-4° C) wenige Tage
Erbsen Kühlschrank, Gemüsefach (8° C) wenige Tage
Grüne Bohnen Kühlschrank, Gemüsefach (8° C) 14
Gurken Speisekammer (8-20° C) 5-7
Kartoffeln Speisekammer (8-20° C), besser Keller (4-11° C) bis 240
Knoblauch Speisekammer (8-20° C) mehrere Monate
Kohlrabi Kühlschrank, Gemüsefach (8° C) 50-80
Kopfsalat Kühlschrank, unterste Ablage (2-4° C) oder Gemüsefach (8° C) 7-20
Kürbis Keller (4-11°C) mehrere Monate
Lauch Kühlschrank, unterste Ablage (2-4° C) oder Gemüsefach (8° C) 30-60
Möhren Kühlschrank, unterste Ablage (2-4° C) oder Gemüsefach (8° C) 80-120
Paprika Speisekammer (8-20° C) 21
Radieschen Kühlschrank, Gemüsefach (8° C) 5-7
Rettich Kühlschrank, unterste Ablage (2-4° C) oder Gemüsefach (8° C) 7-14
Rosenkohl Kühlschrank, unterste Ablage (2-4° C) oder Gemüsefach (8° C) 42
Rote Beete Kühlschrank, unterste Ablage (2-4° C) oder Gemüsefach (8° C) 120-150
Sellerie Kühlschrank, unterste Ablage (2-4° C) oder Gemüsefach (8° C) 28
Spinat Kühlschrank, unterste Ablage (2-4° C) oder Gemüsefach (8° C) 10-21
Tomaten Speisekammer (8-20° C) 7-14
Zucchini Speisekammer (8-20° C) 14
Zwiebeln Speisekammer (8-20° C) 200

Unsere Lagertipps zum Aufbewahren von Obst und zum Lagern von Gemüse folgen den Empfehlungen des Verbraucherservice Bayern (Stand: März 2015). Sie setzen voraus, dass die Produkte in guter Qualität, am besten saisonal, eingekauft wurden und keine Verletzungen, wie Druckstellen, besitzen.

Obst und Gemüse lagern: Kühlschrank, Speisekammer oder doch im Keller?

Als Lagerungsort spielt der Kühlschrank heutzutage eine wichtige Rolle. Er bietet oft den kühlsten Aufbewahrungsort im ganzen Haus. Laut Bundesumweltamt beträgt die optimale, mittlere Temperatur 7° C. Im Kühlschrank selbst unterscheiden sich die Temperaturen noch einmal je nach Höhe des Faches. Die kälteste Zone mit circa 2° C ist das unterste Ablagefach direkt über dem Gemüsefach.

Wie kalt sollte das Gemüsefach sein?
Das Gemüsefach hat meist eine Temperatur von circa 8° C. Hier können viele Gemüsesorten optimal gelagert werden. Oben im Kühlschrank oder in der Tür herrschen 9 bis 13 °C.

Vor allem zum Aufbewahren von Obst wird häufig ein Korb oder eine Schale in der Küche genutzt. Dagegen ist nichts einzuwenden, allerdings sollten Sie darauf achten, dass die Raumtemperatur nicht über 20 Grad Celsius beträgt – eventuell ist eine Speisekammer der bessere Ort für den Obstkorb. Früher hatte jedes Haus einen kühlen, dunklen Keller: Eine optimale Bedingung, um licht- und wärmeempfindliches Obst wie Äpfel zu lagern oder Kartoffeln aufzubewahren. Die meisten modernen Keller sind zu warm, zwischen 4 und 11° C sollten es für einen optimalen „Kartoffelkeller“ schon sein.

Tipp: Natürliches Gas zum Nachreifen nutzen

Bei der Lagerung geben einige Obst- und Gemüsesorten das natürliche Reifegas Ethylen ab. Dieses Gas bewirkt einen schnelleren Reifeprozess bei Obst und Gemüse, welches in der Nähe aufbewahrt wird. Dies kann einerseits den Fäulnisprozess verstärken, andererseits können Sie sich diesen Effekt auch zu Nutze machen, wenn Sie das Reifen von anderem Obst oder Gemüse beschleunigen wollen.

Tipp: Legen Sie noch unreifes Obst oder Gemüse neben starke Ethylen-Absonderer. Sehr viel Ethylen beim Lagern produzieren zum Beispiel Äpfel, Aprikosen, Avocados, Bananen, Feigen, Kiwis, Lauch, Mandarinen, Nektarinen, Papayas, Pfirsiche, Pflaumen und Tomaten.

Besonders gut funktioniert das Nachreifen bei ethylen-empfindlichen Obst- und Gemüsesorten wie Auberginen, Äpfeln, Aprikosen, Bananen, Birnen, Brokkoli, Erbsen, grünen Bohnen, Gurken, Kartoffeln, Kiwis, Mangos, Möhren, Paprikas oder Zucchinis. Wenn es Ihnen aber nicht darum geht, dass Ihre Mango möglichst schnell reif wird, sollten Sie die Kombination aus ethylen-empfindlichen und ethylen-abgebenden Sorten beim Lagern tunlichst vermeiden.